24.01.2021 · 12:49

Leonor Antunes
discrepancies with C. P.

kuratiert von Sabine Schaschl

Der jährlich vom Museum Haus Konstruktiv und der Zurich Insurance Group Ltd vergebene Zurich Art Prize ging 2019 an Leonor Antunes (*1972 in Lissabon, lebt und arbeitet in Berlin). Die portugiesische Künstlerin ist die zwölfte Gewinnerin der international renommierten Auszeichnung. Von dem mit CHF 100’000 dotierten Preis erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger jeweils CHF 20’000; weitere CHF 80’000 werden für die Produktion der Einzelausstellung im Museum Haus Konstruktiv eingesetzt. Antunes begeisterte die Jury des Zurich Art Prize insbesondere durch ihre sinnlich-präzisen Werke, in denen sie explizit auf Arbeiten und Ideen namhafter Kulturschaffender aus den Bereichen Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts zurückgreift.

Leonor Antunes, Installationsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2019. Foto: Stefan Altenburger
Leonor Antunes, Installationsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2019. Foto: Stefan Altenburger

Leonor Antunes entwirft ihre skulpturalen Arbeiten auf der Grundlage von Recherchen zu Objekten aus der mordernistischen Architektur- und Designgeschichte. Dabei interessiert sie sich ebenso für die Materialität und Machart der historischen Objekte wie für deren einstige sozialpolitische Bedeutung. Sie entleiht den Möbelstücken und Architekturen Formen und Motive, löst sie aus ihrem ursprünglichen Kontext und setzt sie in Duplikaten, Vergrösserungen oder Reduktionen zu neuen skulpturalen Werken und Environments zusammen. Besonderes Augenmerk legt Antunes auf den Ort, an dem sie ihre Arbeiten präsentiert. Die architektonischen und historischen Gegebenheiten des Raumes schreiben sich in die Geschichte der gezeigten Objekte ein, so wie diese umgekehrt den Raum neu aufladen. Es ist Teil von Antunes’ künstlerischer Praxis, bereits existierende Werke in neuer Umgebung und Kombination zu zeigen. «I really like the idea of installing previous / existing works in different settings. Each show is a new challenge in that sense, and the sculptures are generous enough to be absorbed by the different situations and contexts.»

Im Museum Haus Konstruktiv präsentierte Antunes Arbeiten aus zwei Werkgruppen der Jahre 2017 und 2018. In beiden Serien beschäftigt sie sich vorwiegend mit weiblichen Persönlichkeiten wie Clara Porset, Charlotte Perriand oder Franca Helg, die von der Kunst- und Architekturgeschichte lange Zeit vernachlässigt wurden.

Trailer zur Ausstellung >>>

Leonor Antunes, Installationsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2019. Foto: Ann Ziegler
Leonor Antunes, Installationsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2019. Foto: Ann Ziegler
Leonor Antunes, Detail, Museum Haus Konstruktiv, 2019. Foto: Ann Ziegler
Leonor Antunes, Detail, Museum Haus Konstruktiv, 2019. Foto: Ann Ziegler


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24.01.2021
12:45 Uhr MEZ