21.10.2021 · 23:05

Dóra Maurer
Minimal Movements, Shifts, 1970–2020

kuratiert von Sabine Schaschl

Das Museum Haus Konstruktiv widmete der Ungarin Dóra Maurer die erste museale Einzelausstellung in der Schweiz. Die retrospektive Einzelschau, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin realisiert wurde, vereinte Druckgrafiken, Fotografien, Filme und Malereien, die zwischen 1970 und 2020 entstanden sind. Das Œuvre Maurers ist vielgestaltig, zeichnet sich aber in seiner Gesamtheit durch eine konzeptuelle Herangehensweise aus, die Prozesse der Bewegung, Verschiebung und Wahrnehmung ebenso spielerisch wie systematisch untersucht.

Dóra Maurer, Ausstellungsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2021. Foto: Stefan Altenburger
Dóra Maurer, Ausstellungsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2021. Foto: Stefan Altenburger

Die Überblicksschau in Zürich war gewissermassen ein Heimspiel für Dóra Maurer: 1937 in Budapest geboren, reist sie bereits im Alter von neun Jahren und dann noch einmal als Elfjährige mit den vom Roten Kreuz organisierten Kinderzügen in die Schweiz, um sich für jeweils drei Monate von den Strapazen der Kriegszeit zu erholen. Diese Erfahrungen hätten sie, so berichtet die Künstlerin, nachhaltig geprägt.
Seit den frühen 1970er-Jahren gilt Dóra Maurer als eine der wichtigsten und unabhängigsten Kunstschaffenden in der ungarischen Kunstszene. Mit ihrem Wirken als Professorin an der Akademie der Bildenden Künste in Budapest und als Kuratorin hat sie noch heute eine Vorbildfunktion für viele jüngere Kunstschaffende.

Ausgehend von Naturbeobachtungen und unter Einsatz der eigenen Physis entwickelte Dóra Maurer Ende der 1960er-Jahre zunächst grafische, später fotografische und filmische Arbeiten, die mit dem damals gültigen Kunstbegriff nichts gemein hatten. Im Fokus ihrer Arbeit stand schon in dieser frühen Phase nicht das vollendete Werk, sondern die prozesshafte Sichtbarmachung von Erkenntnisvorgängen, die sie durch systematische Verschiebungen von in (Raster-)Strukturen eingefügten künstlerischen Setzungen erzeugte.

Bewegung und Verschiebung kennzeichnen auch ihre geometrischen Gemälde: Mit perspektivischen Verzerrungen und Überlagerungen von Formen und Farben konstruiert Maurer die in Serien angelegten Displacements und die daraus hervorgehenden Quasi-Bilder. Gerade diese perspektivisch gekurvten, schwerelos anmutenden Bildsegmente irritieren das Auge der Betrachter*innen und animieren sie zu einer Reflexion über das eigene Sehen.

Trailer zur Ausstellung >>>

Artist Talk: Dóra Maurer im Gespräch mit Sabine Schaschl >>>

Dóra Maurer, Stage III, 2016. Ausstellungsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2021. Foto: Stefan Altenburger
Dóra Maurer, Stage III, 2016. Ausstellungsansicht Museum Haus Konstruktiv, 2021. Foto: Stefan Altenburger
Dóra Maurer, Ausstellungsansicht, 2021. Foto: Stefan Altenburger
Dóra Maurer, Ausstellungsansicht, 2021. Foto: Stefan Altenburger


Museum Haus Konstruktiv · Selnaustrasse 25 · 8001 Zürich · +41 (0)44 217 70 80 · info@hauskonstruktiv.ch
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21.10.2021
23:00 Uhr MESZ