100 Jahre Bauhaus: Roman Clemens aus der Sammlung

31. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020

kuratiert von Sabine Schaschl, Evelyne Bucher und Eliza Lips

2019 jährt sich die Gründung des Bauhauses zum 100. Mal – ein Jubiläum, das wir auch im Museum Haus Konstruktiv feiern möchten! Und so widmen wir dem einstigen Bauhaus-Schüler Roman Clemens (1910–1992) eine Einzelausstellung mit Werken aus der Sammlung des Museums. Gezeigt werden ausgewählte Malereien aus den 1970er- und 1980er-Jahren, ergänzt durch bislang unveröffentlichtes Archivmaterial aus unserem Teilnachlass des Künstlers.

Das vielseitige Werk von Roman Clemens umfasst Bühnenbild, Architektur, Ausstellungsgestaltung und Malerei. Zum zentralen Thema seines rund 60-jährigen Schaffens – Bühne und Raum – findet er am Bauhaus in Dessau, wo er den Unterricht von Josef Albers, László Moholy-Nagy, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Ludwig Mies van der Rohe und Oskar Schlemmer besucht. Bereits in den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren erarbeitet sich Clemens dort die Grundzüge seines späteren Schaffens als Szenograf und Maler: Sein Bühnenraum soll ein Raum voller Spannung und Aktion sein, aus der Publikumsperspektive jedoch immer auch die Qualitäten eines wohlkomponierten Gemäldes besitzen.

Nach einer Anstellung als Bühnenbildassistent am Friedrichs-Theater in Dessau überträgt Roman Clemens seine Grundsätze auf die Bühne des Zürcher Stadttheaters (des heutigen Opernhauses), wo er von 1932 bis 1943 als Bühnenbildner und Ausstattungsleiter arbeitet. Mit der Innengestaltung und -ausstattung des damaligen Studio 4 (heute Filmpodium) realisiert Clemens 1948/1949 zusammen mit dem Architekten Werner Frey seine bis heute wohl eindrücklichste raumkünstlerische Arbeit: ein «optisches Kabinett», dessen Design ganz vom Medium Film – vom Kontrast zwischen Statik und Dynamik, Licht und Dunkel, Schwarz und Weiss – bestimmt ist.

Der Malerei wendet sich Roman Clemens Mitte der 1950er-Jahre hauptberuflich zu. Dass sie für ihn stets mit Raum zu tun hat, wird in der Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv deutlich. Zu sehen ist eine Auswahl von Malereien aus den 1970er- und 1980er-Jahren, in denen Clemens mittels variantenreicher Flächengliederung und Farborganisation abstrakt-geometrische Bildräume entwickelt. Ergänzt werden die Malereien, die zum grössten Teil durch eine grosszügige Schenkung der Lis und Roman Clemens Stiftung in die Sammlung des Museum Haus Konstruktiv aufgenommen werden konnten, durch Archivmaterial, das ebenfalls aus unserem Teilnachlass des Künstlers stammt. Es umfasst Bühnenbildentwürfe aus Clemens’ Zeit am Bauhaus und am Stadttheater sowie Fotografien und Dokumente aus dem Kontext von seiner Tätigkeit als Leiter und Gestalter zahlreicher didaktischer Ausstellungen. 


Wir danken für die Unterstützung:
Nelly Rudin Stiftung 
Cassinelli-Vogel-Stiftung



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18.11.2019
21:45 Uhr MEZ