24.06.2019 · 21:15

  


Kirstine Roepstorff
EX CAVE

30. Mai bis 8. September 2019
kuratiert von Sabine Schaschl

Dunkelheit kann vieles sein. In erster Linie ist sie ein physikalisches Phänomen, die Abwesenheit von Licht. Im Hinblick auf die menschliche Psyche aber weckt sie zahlreiche Assoziationen: Wir verbinden sie mit dem Unbewussten, dem Abgründigen, mit Gefühlen der Angst und Unsicherheit; als Metapher steht sie im Wesentlichen für das Unheimliche, das Mystische, den Tod. Dass Dunkelheit aber auch eine neue Sichtweise auf etwas Vorhandenes ermöglichen und ein Ausloten des Wahrnehmbaren bedeuten kann, zeigt Kirstine Roepstorff im Museum Haus Konstruktiv auf eindrückliche Weise.

Kirstine Roepstorff (*1972 in Virum, DK) setzt sich seit mehreren Jahren mit der Dunkelheit und deren Bedeutungen auseinander. Ausgehend von der Beobachtung, dass wir in einer Welt leben, in der Licht – sei es natürliches oder künstliches – für Wahrheit steht und für Erkenntnis, während die Dunkelheit vornehmlich negativ konnotiert ist, interessiert sich die Künstlerin für das verborgene sinnliche Potenzial der Dunkelheit als Ort der Kontemplation und Reflexion.

Mit der Ausstellung EX CAVE beschliesst Roepstorff ihre Trilogie zur Dunkelheit, die sie mit der Präsentation Influenza. Theatre of Glowing Darkness im Dänischen Pavillon an der Biennale di Venezia 2017 unter dem Stichwort «Dissolution» (Auflösung) begonnen und mit der grossen Soloschau Renaissance of the Night in der Kunsthal Charlottenborg in Kopenhagen 2018 zum Thema «Transformation» fortgesetzt hat. Roepstorffs neue, ebenso immersive wie herausfordernde Ausstellung im Museum Haus Konstruktiv steht ganz im Zeichen von «Becoming Into Being» (Neuwerdung) und erstreckt sich über einen Ausstellungsraum im dritten sowie über sämtliche Räume im vierten Stock. Angelegt ist sie als ein Parcours im Dämmerlicht – also dem Übergang vom Dunkel der Nacht zur Helligkeit eines neuen Tages –, auf dem das Publikum eine gebaute, scheinbar karge Landschaft aus Sand, Kies und mit Zement verputzten Wandelementen erkundet. Letztere bereichern die Ausstellungsräume um neue Nischen und kleine Räume und schaffen so eine anregende Kulisse für rund 60 Werke der Künstlerin. Sie alle sind in den vergangenen zwölf Jahren entstanden und veranschaulichen, welch unterschiedlicher Materialien, Techniken und Motive sich Roepstorff in ihrer künstlerischen Praxis bedient.

WICHTIGER HINWEIS:
Bitte beachten Sie, dass sich ihre Augen in der Ausstellung an die Dunkelheit gewöhnen müssen und achten Sie auf den unebenen Boden und die teilweise niedrigen Decken. Die Ausstellung von Kirstine Roepstorff ist nicht rollstuhlgängig.


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24.06.2019
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