22.07.2019 · 12:06

 


Olivier Mosset
TUTU

30. Mai bis 8. September 2019
kuratiert von Sabine Schaschl

Olivier Mosset (*1944 in Bern, lebt in Tucson, Arizona) zählt seit Mitte der 1960er-Jahre zu den radikalsten Vertretern einer zeitgenössischen Malerei, die das Ideal künstlerischer Originalität durch Objektivität und Serialität unterwandert. Ausgehend von der Frage, was Malerei ist und wie sie funktioniert, hat er ein vielfältiges Œuvre aus monochromen und abstrakt-geometrischen Werken geschaffen, das sich jeder mystifizierenden Bedeutungszuschreibung verweigert und das nun mit exemplarischen Werken im Museum Haus Konstruktiv vorgestellt wird.

Olivier Mossets künstlerische Laufbahn beginnt um 1965 in Paris, wo er zunächst als Assistent von Jean Tinguely und Daniel Spoerri arbeitet. Er malt erste Werke mit Zahlen, Buchstaben und Punkten auf weissem Grund. 1966 gründet er mit Daniel Buren, Michel Parmentier und Niele Toroni die nach ihren Initialen benannte Künstlergruppe BMPT. Mit der Absicht, die vorherrschende Malerei grundlegend zu hinterfragen und bei Null zu beginnen, organisieren sie vier provokative Gemeinschaftsaktionen, in denen sie mit dem Abstrakten Expressionismus und der École de Paris brechen. Bereits 1967 löst sich die Gruppe wieder auf. Im Zeitraum von 1966 bis 1974 entstehen rund zweihundert identische Gemälde: Im Vorhaben, das Prinzip der Autorschaft zu unterwandern und eine Malerei zu schaffen, die auf nichts anderes verweist als auf sich selbst, malt Mosset unentwegt schwarze Kreisringe auf weiss grundierte Leinwände. Als diese unbetitelten Kreisbilder dennoch zu einer Art Signatur werden, wendet er sich horizontalen und vertikalen, meist zweifarbigen Streifenbildern zu, die ihn weiter zur Monochromie führen. 1977 zieht Mosset nach New York, trifft dort auf wichtige Vertreter des sogenannten Radical Painting und stellt gemeinsam mit ihnen aus. Bis Mitte der 1980er-Jahre beschäftigt er sich intensiv mit der Farbfeldmalerei, experimentiert mit verschiedenen Farben und Formaten, stets bedacht auf einen Farbauftrag ohne individuellen Duktus. 1985 kehrt er zurück zur geometrischen Abstraktion und produziert nunmehr auch skulpturale Werke.

Für die Ausstellungseröffnung im Museum Haus Konstruktiv wurden die sogenannten Cimaises erstmals in Eis realisiert und waren für kurze Zeit auf dem Vorplatz des Museums zu sehen. Die Verwendung von ephemeren Materialien gewann in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Dies zeigt sich auch in der Arbeit aus Licht, die der Lichtdesigner Madjid Hakimi (*1962 in Saint Germain en Laye, lebt in Paris) auf Einladung von Olivier Mosset eigens für den Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss entwickelt hat.

Zur Ausstellung erscheint im Snoeck Verlag, Köln, eine umfangreiche Monografie (d/e) über Olivier Mosset. Mit Textbeiträgen von Sabine Schaschl, Philip Ursprung und Evelyne Bucher.


Mit grosszügiger Unterstützung von

                                      

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22.07.2019
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