22.05.2019 · 18:38

  


Kirstine Roepstorff
EX CAVE

30. Mai bis 8. September 2019 / Vernissage: 29. Mai 2019, 18 Uhr
kuratiert von Sabine Schaschl

Dunkelheit kann vieles sein. In erster Linie ist sie ein physikalisches Phänomen, die Abwesenheit von Licht. Im Hinblick auf die menschliche Psyche aber weckt sie zahlreiche Assoziationen: Wir verbinden sie mit dem Unbewussten, dem Abgründigen, mit Gefühlen der Angst und Unsicherheit; als Metapher steht sie im Wesentlichen für das Unheimliche, das Mystische, den Tod. Dass Dunkelheit aber auch eine neue Sichtweise auf etwas Vorhandenes ermöglichen und ein Ausloten des Wahrnehmbaren bedeuten kann, zeigt Kirstine Roepstorff im Museum Haus Konstruktiv auf eindrückliche Weise. Angelegt als eine Reise durch die Dunkelheit, lädt die dänische Künstlerin das Publikum auf einem ausgeklügelten Pfad dazu ein, eine gebaute, scheinbar karge Landschaft aus Sand, Kies und mit Zement verputzten Wandelementen  zu erkunden, in der es eine Vielzahl von ausgewählten Werken der Künstlerin zu entdecken gibt.

Kirstine Roepstorff (*1972 in Virum, DK) setzt sich seit mehreren Jahren mit der Dunkelheit und deren Bedeutungen auseinander. Ausgehend von der Beobachtung, dass wir in einer Welt leben, in der Licht – sei es natürliches oder künstliches – für Wahrheit steht und für Erkenntnis, während die Dunkelheit vornehmlich negativ konnotiert ist, interessiert sich Roepstorff für das verborgene sinnliche Potenzial der Dunkelheit als Ort der Kontemplation, Reflexion, Transformation.
In Anlehnung an ihre Präsentation Influenza. Theatre of Glowing Darkness im Dänischen Pavillon an der Biennale di Venezia 2017 und an ihre grosse Soloschau Renaissance of the Night in der Kunsthal Charlottenborg in Kopenhagen 2018 erweitert Roepstorff mit EX CAVE im Museum Haus Konstruktiv ihre Auseinandersetzung mit der Dunkelheit um eine ebenso immersive wie herausfordernde Einzelausstellung. Diese erstreckt sich über einen Ausstellungsraum im dritten sowie über sämtliche Räume im vierten Stock. Angelegt ist sie als eine graduelle Reise vom Licht ins Dunkel, während der das Publikum auf einem ausgeklügelten Pfad eine gebaute, scheinbar karge Landschaft aus Sand, Kies und mit Zement verputzten Wandelementen erkundet. Letztere bereichern die Ausstellungsräume um neue Nischen und kleine Räume und schaffen so eine anregende Kulisse für über 60 Werke der Künstlerin. Sie alle sind in den vergangenen zwölf Jahren entstanden und veranschaulichen, welch unterschiedlicher Materialien, Techniken und Motive sich Roepstorff in ihrer künstlerischen Praxis bedient.


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22.05.2019
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