100 Jahre Bauhaus: Werke von Roman Clemens aus der Sammlung

31. Oktober 2019 bis 12. Januar 2020 / Vernissage: 30. Oktober 2019, 18 Uhr
kuratiert von Sabine Schaschl

2019 jährt sich die Gründung des Bauhaus zum 100. Mal. Ein Jubiläum, das wir auch im Museum Haus Konstruktiv feiern möchten, und so widmen wir dem einstigen Bauhausschüler Roman Clemens (19101992) eine Einzelausstellung mit Werken aus unserer Sammlung. 

Das vielseitige Lebenswerk von Roman Clemens umfasst Bühnenbilder, Architektur, Gestaltung und Malerei. Zu den zentralen Themen seines Schaffens – Bühne und Raum – findet er zwischen 1927 und 1931 am Bauhaus in Dessau, wo er den Unterricht von Josef Albers, László Moholy-Nagy, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Ludwig Mies van der Rohe und Oskar Schlemmer besucht. In der Bühnenklasse von Schlemmer lernt er die Theaterarbeit als eine Synthese aller Gestaltungsbereiche kennen. In seiner Zeit am Bauhaus entwickelt er bereits sämtliche Grundzüge seiner späteren Arbeit als Szenograf und Maler: Sein Bühnenraum soll ein Raum voller Spannung und Aktion sein, der aus der Publikumsperspektive jedoch auch die Qualitäten eines wohlkomponierten Gemäldes besitzt.

Nach einer Anstellung als Bühnenbildassistent am Friedrichs-Theater in Dessau überträgt er seine Grundsätze auf die Bühne des Zürcher Stadttheaters (des heutigen Opernhauses), wo er von 1932 bis 1943 als Bühnenbildner und Ausstattungsleiter arbeitet. Dort greift er innovativ gestaltend in den Bühnenraum ein und spielt mit Strategien der Entgrenzung, so wie er als Maler mit räumlichen Dimensionen spielt. Er entwirft die Bühnenbilder zu rund 200 Inszenierungen und bleibt dabei seiner vom Bauhaus geprägten, reduzierten geometrischen Formensprache treu. Ab 1945 ist er als freischaffender Maler und Architekt in Zürich tätig und erhält 1948 zusammen mit dem Architekten Werner Frey den Auftrag zur Innengestaltung und -ausstattung des damaligen Kinos Studio 4 in Zürich (heute Filmpodium). Von 1951 an überarbeitet er zahlreiche seiner nicht realisierten Entwürfe und entwickelt sie in der Formensprache des Bauhaus zu abstrakten Raumlösungen. Seine konstruktivistischen Gemälde rücken ihn in die Nähe der Zürcher Konkreten. In seinen Raumbild-Serien gestaltet er modulare Ordnungen, Parallelogramme, halbe Kuben und geometrische Körper, deren räumliche Strukturen immer auch den Illusionsraum der Bühne erkennen lassen. 

Ausgewählte Raumbilder aus den 1970er- und 1980er-Jahren werden im Herbst im 3. Obergeschoss des Museums zu sehen sein. Viele der Werke sind durch die grosszügige Schenkung der Stiftung Lis und Roman Clemens in die Sammlung des Museum Haus Konstruktiv gelangt.



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20.01.2019
05:45 Uhr MEZ