01.12.2022 · 13:32

Datierung 2018
Bildmasse 76.2 x 57.2 cm
Technik/Material Grafit auf Büttenkarton
Inv.-Nr. SK19004
Susan York

29 cm

Susan York (1951, Newport, Rhode Island, USA) machte ihren Bachelor of Fine Arts in Studio Art an der University of New Mexico in Albuquerque (1972) und den Master of Fine Arts in Ceramics an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills, Michigan (1995).
Yorks künstlerische Praxis definiert sich hauptsächlich über minimalistisch anmutende Grafitskulpturen und Grafitzeichnungen. Sie erforscht ihr Material eingehend durch verschiedenartige Verfahren. So experimentiert sie bei der Verarbeitung in Keramikformen mit der Plastizität von Grafit, verändert seine Oberflächenstruktur durch tagelanges Polieren – ein Prozess, dem sie eine meditative Qualität beimisst – und untersucht die Intensität der silbergrauen bis tiefschwarzen Nuancen unter Einbeziehung verschiedener Lichtverhältnisse. Präzise geometrische Körper verzerrt sie durch subtile Asymmetrien. Beständig geht die Künstlerin in ihrem Schaffen dem Übergang zwischen zwei- und dreidimensionalen Formen und der Relativierung ebendieser Grenze nach. Die dezentrale Platzierung von Objekten im Raum oder Flächen auf Papier bildet ein Charakteristikum in Yorks Werk. Ihre Installationen sind stets auf ein Zusammenspiel mit der umgebenden Architektur ausgerichtet, und sowohl ihre Zeichnungen als auch ihre Skulpturen erzeugen Spannung zwischen Raum und Form. Die klaren geometrischen Grundformen in reduzierter Tonalität zwischen Schwarz und Weiss erscheinen wie eine Reverenz an einen der Wegbereiter konstruktiver Kunst, Kasimir Malewitsch (1878–1935).
Das Museum Haus Konstruktiv vergibt jedes Jahr eine limitierte Sonderedition. Für die Jahresgabe 2020 schuf Susan York die aus vier Cyanotopien bestehende Serie «Lichtpause». Die ungleichen blauen Flächen bilden die Grundrisse der vier Museumsstockwerke ab, und ihre Platzierung auf dem Papier entspricht deren Position auf dem Gebäudeplan. Da jede Etage des Museumsgebäudes einen anderen Umriss aufweist und alle die klare Form eines Rechtecks umgehen, besitzen die Räume eine Gemeinsamkeit mit Susan Yorks Arbeiten: Die Verzerrung durch leichte Schrägen erzeugt eine irritierende Abweichung von der Norm.

Nina Arnold




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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01.12.2022
13:30 Uhr MEZ