30.11.2022 · 14:27

Datierung 2018
Objektmasse 85 x 265 x 13 cm
Technik/Material LED, Acrylglas
Nennung Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung Christa und Wolfgang Häusler, Häusler Contemporary Zürich
Inv.-Nr. SK20006
Brigitte Kowanz

Connect the Dots

In ihrem Schaffen fokussiert sich die österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz (1957, Wien, AT – 2022, ebd.) auf eines der wundervollsten Phänomene: Licht. Mit Licht, das immateriell ist und doch als Informationsträger dienen kann, formuliert sie Botschaften, gestaltet und erschafft sie Räume. Kowanz hat sich das Licht in seiner Flüchtigkeit als künstlerisches Medium zu eigen gemacht und formt es seit über vierzig Jahren in Objekte, Installationen, Rauminterventionen und Kunst-am-Bau-Projekte.
Kowanz studierte von 1975 bis 1980 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und ist dort seit 1997 Professorin für Transmediale Kunst. Als sie in den 1980er-Jahren das Medium Licht für sich entdeckte – zuerst mit Fluoreszenzfarbe gefüllten Flaschen und Leuchtstofflampen, später mit transparenten Spiegeln und Glasscheiben – war der Weg für die folgenden Jahre geebnet. Dabei lässt sich ihr Œuvre nicht in klar voneinander trennbare Werkphasen unterteilen, sondern ist vielmehr geprägt durch die wiederholte Aufnahme und Weiterentwicklung ähnlicher Techniken und Formulierungen.
«Licht ist was man sieht» (1994/2019) lautet der Titel einer Werkreihe, die Einfachheit und Komplexität dieses Mediums zugleich in Worte fasst: Wir sehen Lichtquellen, Licht selbst ist jedoch unsichtbar. Ist Licht, was nicht unsichtbar ist? Mithilfe von Buchstaben und Morsecodes wird Licht eine Sprache gegeben und eine Form verliehen. Die Arbeit «Connect the Dots» (2018) übersetzt ein Zitat aus einer Rede von Steve Jobs an der Stanford University 2005 in Morsecode. Jobs sprach über verschiedene Entscheidungen in seinem Leben, die sich erst im Nachhinein verbinden liessen und sich schlussendlich, zumindest rückblickend, als Meilensteine in seinem Werdegang entpuppten. So ist auch Kowanz’ Installation nicht schon im ersten Moment entschlüsselbar. Erst wenn wir das Werk «zu Ende» gelesen und alle Zeichen decodiert, also sozusagen die Punkte (und Striche) verbunden haben, verstehen wir die Nachricht. Diese Metapher kann auf viele Aspekte des Lebens angewendet werden, aber nicht zuletzt ist sie repräsentativ für unsere (Kunst)Geschichtsschreibung. Auch die Arbeit des Museum Haus Konstruktiv verbindet Punkte in der Geschichte der konstruktiven und konkreten Kunst, mit deren Erbe es sich befasst, neu. Wir betrachten sie immer wieder aus der Perspektive unserer Gegenwart – aber eben nur rückwärts.

Ruth C. Kistler




Die Umsetzung wurde finanziert mit Beiträgen von:

Lotteriefonds des Kantons Zürich

Baugarten Stiftung
Ernst Göhner Stiftung
Dr. Adolph Streuli-Stiftung
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg



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30.11.2022
14:15 Uhr MEZ